Spotlight On: Rieke Strutz – Alumna Brand Management B.A.

Rieke Strutz

Graduierung
September 2019

Studiengang
Brand Management B.A.

Titel der Abschlussarbeit
Auswirkungen von Dynamic Pricing im Online-Handel auf das Markenvertrauen am Beispiel von Amazon.


Hallo Rieke, was hast Du seit Deinem Abschluss gemacht?
Hallo ☺ Ich habe mir nach meinem Abschluss erstmal eine kleine Auszeit genommen und bin zurück in die Heimat, in die schöne Lüneburger Heide, gegangen. Ich habe dort viel Zeit mit meiner Familie, meinem Freund und bei meinem Pferd verbracht. Mein Highlight war dann der Roadtrip durch Südafrika mit der ganzen Familie im Januar 2020, bevor der „Ernst des Lebens“ wieder losgehen sollte. Wir hatten echt Glück, dass wir das alles noch so sorgenlos machen konnten, bevor dann der erste Lockdown kam. Im Februar habe ich dann als Junior Markenberaterin bei der Pahnke Markenmacherei in Hamburg angefangen, und bin dafür auch wieder nach Hamburg gezogen. Ich habe hier u.a. die Marken Hengstenberg und Zott betreut und fungierte als Schnittstelle zwischen interner Grafik bzw. Produktion und dem Kunden. Ich war für das Projekt Management verantwortlich. Ich habe jedoch nach 5 Monaten, aus im weiteren Verlauf genannten Gründen, gekündigt und bin wieder zurück in meine Heimat. Nun habe ich mit meinem Bruder und zwei Freunden „vom Laend“ gegründet, eine Agentur für Agrarmarketing, und bin super happy und gespannt, was noch so alles passiert.

Wie bist Du zur Selbstständigkeit gekommen?
Durch die Pandemie und den Lockdown im Frühjahr habe ich bei Pahnke fast nur im Home Office gearbeitet. Da bin ich sofort zurück aufs Land „geflüchtet“. Mir ist in der Zeit bewusst geworden, wie gerne ich in meiner Heimat bin und wie schön es ist, nach der Arbeit in den Stall zu fahren, um den Kopf freizukriegen. Zudem haben meine Eltern einen landwirtschaftlichen Betrieb, woran ich zunehmend Interesse gefunden habe. Auch wenn ich tolle Kollegen und Kunden hatte, hat mich die Arbeit dort nicht zu 100% erfüllt. Ich habe mir vorgenommen, mein Marketing Know-How in irgendeiner Form mit Landwirtschaft bzw. dem Agribusiness zu verbinden. Diese Branche befindet sich durch Punkte wie u.a. Klimawandel, Digitalisierung und vor allem dem daraus resultierenden, veränderten Verbraucherverhalten, sowie dem zunehmenden Wettbewerb in einem enormen Umbruch. Marketing bietet hier ein erhebliches Potenzial für die Unternehmen und ist mittlerweile auch so gut wie unumgänglich. Insbesondere für kleine Landwirte und Direktvermarkter, die auf ihre lokalen bis regionalen Kunden gesetzt haben, war Marketing nie ein großes Thema – „das hat auch so gut geklappt“. Doch speziell durch die Folgen der Digitalisierung müssen auch dort alte Strukturen aufgebrochen werden, um weiterhin auf dem Markt bestehen zu können.
Ich habe mich zunächst, optimistisch gestimmt, bei einigen Agrarunternehmen hier in meiner Gegend beworben – und davon gibt’s wirklich viele. Allerdings ist es ja kein Geheimnis, dass sich die Jobsuche in der derzeitigen Situation schwierig gestaltet. Daraus entstand die Idee, etwas „Eigenes“ zu starten. Da ich mit den Bewerbungen kein Glück hatte, musste eine Lösung her. Ich habe viel mit meinem Bruder darüber gesprochen. Er hatte eine ähnliche Idee. Eines Tages kam er zu mir und meint, dass er zwei Freunde hat, die im Bereich Kreation und Content Produktion bereits viel Erfahrung haben und in der Agrarbranche ebenfalls Potenzial sehen. So ist in kurzer Zeit „vom LÆND“ entstanden. Eine Agentur für Agrarmarketing – für Landwirte, Direktvermarkter und Unternehmen aus dem Agribusiness. Hier fließt neben viel Zeit und Gehirnschmalz, auch unser Herzblut rein! ☺

Was sind dort Deine Aufgaben?
Mein Bruder und ich übernehmen gemeinsam die vertrieblichen Aufgaben. Wir stehen im direkten Kontakt mit den Kunden, akquirieren und beraten. Anschließend arbeiten wir gemeinsam mit den Jungs aus der Kreation an strategischen und konzeptionellen Lösungen. Somit sind wir Schnittstelle und Schmierstoff zwischen Kunde und unserer Kreation bzw. Produktion. Den Bereich Branding behalte ich mir natürlich auch vor. Grundsätzlich soll aber keiner in seinen Fähigkeiten und Kompetenzen eingeschränkt werden. Insbesondere jetzt zu Beginn verschwimmen die Aufgabenbereiche noch ein wenig. Wir unterstützen uns einfach gegenseitig und holen somit das Beste aus einem Projekt heraus. Mit der Zeit wird jeder nochmal herausfinden, was einem besonders liegt und worin man so richtig aufgeht.

Was ist das Beste an Deinem Job?
Ich freue mich, dass ich etwas gefunden habe, womit ich mein Interesse für die Landwirtschaft und meine beruflichen Fähigkeiten verbinden kann – und das auch noch gemeinsam mit meinem Bruder. Außerdem besteht unser Team aus so unterschiedlichen Persönlichkeiten, wodurch die Zusammenarbeit super interessant ist. Wir hätten sonst so wahrscheinlich nie zusammengefunden.

Was fällt Dir als Erstes ein, wenn Du an die BU zurückdenkst?
Ich denke an eine sehr lehrreiche, aber auch anstrengende Zeit zurück mit vielen Erfahrungen und spannenden Projekten. Es wurde eigentlich nie langweilig. Ich habe dort aber nicht nur den Grundstein für meine berufliche Entwicklung gelegt, sondern auch echte Freunde gefunden.

Warum hattest Du Dich für die BU entschieden?
Nach meiner Ausbildung war ich mir erst nicht sicher, ob ich noch studieren möchte. Mittlerweile gibt es ja auch in Deutschland immer mehr Studiengänge, die fast nur Marketing umfassen, aber zu dem Zeitpunkt gab es da noch nicht viel Auswahl. BWL mit Marketing war für mich keine Option, weil mir der Marketing-Anteil doch immer zu gering war. Marken Management an der BU schien mir optimal. Die Spezialisierung auf Marken hat mich besonders gereizt.

Wusstest Du schon vor dem Studium, was Du werden willst? Wie hat die BU Deinen Berufswunsch geprägt?
Ich habe vor dem Studium bereits eine Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation gemacht und wusste daher schon, dass ich in dieser Branche bleiben möchte. Was ich jedoch konkret werden möchte, bzw. auf was ich mich spezialisieren möchte, wusste ich jedoch noch nicht. Meine Ausbildung habe ich bei web-netz, einer Online-Agentur in Lüneburg gemacht. Hier durfte ich insbesondere im Bereich Suchmaschinenmarketing und Social Media Marketing Erfahrungen sammeln. Das hat mir schon sehr viel Spaß gemacht. Ich wusste aber, dass ich auf jeden Fall auch noch den „klassischen“ Bereich in der Praxis kennenlernen wollte. Als ich dann aber auf die BU und den Studiengang Brand Management gestoßen bin, wusste ich sofort, dass es das ist, was mich interessiert und dass ich in diesem Bereich auch beruflich Fuß fassen möchte.

Welche Erfahrung ist Dir ganz besonders in Erinnerung geblieben?
Grundsätzlich sind die Praxisprojekte mir besonders in Erinnerung geblieben. Es war total spannend zu sehen, vor welchen Herausforderungen die Unternehmen stehen und „hinter die Kulissen zu schauen“. Mein Highlight war allerdings das interdisziplinäre Praxisprojekt mit der Agentur thjnk und der Paulaner Brauerei. Die Aufgabe bestand darin, ein Kommunikationskonzept für die Marke Paulaner Zwickl zu entwickeln. Mit unserem Ergebnis durften wir dann sogar nach München fahren zu dem GWA Junior Agency Award.

Was rätst Du Studierenden, damit der Sprung in den Beruf direkt nach dem Studium klappt?
Da gibt es meiner Meinung nach nicht DAS Erfolgsrezept. Was natürlich wichtig ist, sind Werkstudentenjobs und Praktika während des Studiums, um auch herauszufinden, was einem Spaß macht. Die Kontakte, die dadurch entstehen, sollte man pflegen und auch nutzen. „Vitamin B“ ist nicht zu unterschätzen. Das kann einem schon die ein oder andere Türe öffnen! Dennoch läuft es für jeden einfach unterschiedlich. Ob man jetzt da bleibt, wo man vielleicht vorher seinen Werkstudentenjob oder Praktikum gemacht hat, sich ganz normal bewirbt oder sich erstmal eine Auszeit nimmt – wichtig ist, dass man nichts erzwingt, nur weil andere vielleicht einen anderen Weg einschlagen. Macht das, worauf ihr Lust habt. Und wenn es nicht die bekannteste Agentur oder der größte Konzern ist, sondern das Start-Up in eurer kleinen Heimatstadt, dann ist das auch gut, solange ihr euch wohlfühlt.

Was hast Du in Zukunft vor?
Mein Fokus liegt natürlich in erster Linie auf unserer Agentur. Da steht noch sehr viel Arbeit an. Ziel ist es, oder besser gesagt, eine Herzensangelegenheit ist es, Agrarunternehmen jeglicher Form und Größe bei der Digitalisierung zu unterstützen und ihre Potenziale auszuschöpfen. Mein Bruder und ich sind in dieser Branche aufgewachsen und wissen daher sehr genau, wie schwer es für den Großteil ist, hier „up-to-date“ zu bleiben bzw. mit der Zeit zu gehen. Das liegt insbesondere daran, dass es viele kleine, alteingesessene Familienbetriebe sind, wo noch viele Generationen gleichzeitig tätig sind. Hier spielen Werte, Tradition und vor allem Gewohnheit noch eine ganz wichtige Rolle. Das wird für uns zukünftig auch eine echt Herausforderung darstellen.

Hamburg ist für mich…
mein zweites Zuhause. Der Auszug war ein großer Schritt für mich und ich hätte damals nicht gedacht, dass ich so schnell in Hamburg ankomme und mich wohlfühle. Ich habe dort so viele schöne Erinnerungen gesammelt und liebe Menschen kennengelernt. Auch wenn ich offiziell nicht mehr dort wohne, bleibt es mein zweites Zuhause.

Wo trifft man Dich an, wenn Du nicht im Büro bist?
Mich trifft man sehr wahrscheinlich entweder im Stall bei meinem Pferd an, vor der KitchenAid beim Kuchen und Kekse backen oder theoretisch auch auf dem Hochsitz (hier ist Besuch aber eher unerwünscht ;))