Spotlight On: Moritz Beck – Alumnus Brand Management B.A.

Moritz Beck

Graduierung
September 2018

Studiengang
Brand Management B.A.

Titel der Abschlussarbeit
Portfolio-Analyse des Retailbanking Business der Deutschen Bank AG unter Berücksichtigung von sich wandelnden Konsumentenansprüchen in der Zielgruppe Generation-Z

Kooperationspartner
Sopra Steria Consulting


Hallo Moritz, was hast Du seit Deinem Abschluss gemacht?
Nach drei Jahren Studium habe ich mich im Anschluss für ein Gap-Year entschieden, um weitere Praxiserfahrung zu sammeln. Ich hatte das Glück ein Jahr mit der Porsche AG verbringen zu dürfen. Aus dem geplanten Gap-Year werden jetzt allerdings zwei, da ich seit November letzten Jahres meinen Bruder unterstütze sein Start-Up auszubauen.

Wie bist Du zur Porsche AG gekommen?
Eigentlich unspektakulär durch den Standardbewerbungsprozess über das Porsche Karriere Portal. Ich wusste bereits zum Ende meines Studiums, dass ich nicht gleich im Anschluss weiterstudieren und erstmal mein erworbenes Wissen in der Praxis anwenden möchte. Außerdem wusste ich, dass ich entweder ins Consulting oder in die Industrie möchte. Zudem wollte ich aus Hamburg rauskommen und für eine großartige Marke arbeiten. Dass es dann bei Porsche geklappt hat, war natürlich der absolute Jackpot und ein echter Traum ging für mich in Erfüllung.

Was waren dort Deine Aufgaben?
Das erste halbe Jahr habe ich das Vertriebsteam der Region Europa unterstützt. Hier habe ich an Projekten im CRM-Umfeld mitarbeiten dürfen und beim Reporting in die Märkte und in die Fachbereiche assistiert. Im Anschluss hatte ich die Möglichkeit für weitere sechs Monate ein Praktikum in einem Markt zu absolvieren. Dies hat in Taipei im Bereich Network Development stattgefunden. Da Porsche Taiwan die jüngste aller Tochtergesellschaften ist, musste hier viel Pionierarbeit bei der Vertriebsnetzentwicklung und der allgemeinen Unternehmensentwicklung geleistet werden. Daher hatte ich die Chance an vielen verschiedenen Themen mitarbeiten zu dürfen, was eine lehrreiche und unvergessliche Zeit für mich war.

Was war das Beste an Deinem Job?
Neben großartigen Charakteren, und die Marke Porsche selbst, die man näher kennenlernen durfte, war es natürlich die Erfahrung im asiatischen Raum, die unvergesslich für mich bleibt. Die internationale Ausrichtung, die Geschwindigkeit und die Möglichkeiten, die einem in Taiwan und in ganz Asien, sowohl bei beruflichen Aufgaben als auch im alltäglichen Leben, geboten werden, sind überaus beeindruckend und übersteigen die Vorstellungskraft, wenn man aus europäischen Gefilden stammt. Ich kann jedem nur empfehlen, einmal Asien kennen zu lernen, um den dort vorherrschenden Spirit selbst zu erfahren.

Was fällt Dir als Erstes ein, wenn Du an die BU zurückdenkst?
Als ersten fallen mir ehrlich gesagt „Ültje Erdnüsse“ und „Fritz Cola“ aus dem Snack-Automaten in der Pantry ein, die über Semester hinweg mein Frühstück dargestellt haben. Heute wäre für mich so eine Kombination am frühen Morgen unvorstellbar.
Ansonsten erinnere ich mich gerne an den Ausblick von der Terrasse auf den Hamburger Hafen zurück. Am besten ist die Aussicht am Abend beim Smalltalk nach den Gastvorträgen, die das gesamte Semester stattfinden oder während der Semesterparty nach der Klausurenphase.

Warum hattest Du Dich für die BU entschieden?
Für die BU habe ich mich aus mehreren Gründen entschieden. Der wohl offensichtlichste Grund war die spezielle Fachrichtung, die einem exklusiv an der BU geboten wird.
Zudem hatte ich die Möglichkeit vor dem Studium als Gasthörer an mehreren Vorlesungen teilzunehmen. Das Lehrformat sowie die stattfindenden Diskussionen zwischen Dozenten und Studenten entsprachen ganz meinen Vorstellungen eines Studiums. Mir gefiel, dass nicht nur stumpf vor sich hin gelehrt wurde, sondern vor allem auch aktives und kritisches Denken von einem gefordert ist. Dazu kam der hohe Praxisbezug. Den fand ich bereits vor Beginn des Studiums äußerst spannend, da ich mich nicht nur mit Theorien und Modellen begnügen, sondern diese auch anzuwenden wissen wollte. Im Studium mit dem Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis konfrontiert zu werden finde ich für jeden Bereich des Managements ein ideales Konzept.
Und schließlich hat mich die BU mit ihrem Standort in unserer schönen Hansestadt überzeugt! Aber dazu später mehr…

Wusstest Du schon vor dem Studium, was Du werden willst? Wie hat die BU Deinen Berufswunsch geprägt?
Vor meinem Studium hatte ich eine klare Vorstellung und wollte partout in die Kreativbranche oder in den Marketingbereich eines Unternehmens.  Das Studium an der BU hat mich allerdings durch eine Vielzahl von Managementfeldern geführt und mich somit empfänglicher für ein breiteres Spektrum an Managementaufgaben gemacht. Bildlich gesprochen wurden mir Semester für Semester, Stück für Stück die Scheuklappen geöffnet, bis ich zu dem Verständnis kam, dass das Thema „Marke“ weit über Marketing- und Vertriebsthemen hinausgeht. Vielmehr hat das Studium eine Denkweise bei mir ausgeprägt, die die Marke im gesamtunternehmerischen Kontext betrachtet. Dieser Denkschule scheint auch die Praxis zu folgen, denn schließlich haben Unternehmen wie Porsche ja bereits vor zwei Jahren ihre Unternehmensstrategie von einer herstellerorientierten Sichtweise zu einer markenorientierten Ausrichtung angepasst. Ich selbst bin ebenfalls überzeugt von einer immer stärker werdenden Verzahnung von Unternehmens- und Markenführung. Daher möchte mich stärker in Richtung Strategieentwicklung ausrichten. Klassischerweise strebe ich deshalb den Einstieg ins Consulting oder in die Strategieabteilung eines Unternehmens an.

Welche Erfahrung ist Dir ganz besonders in Erinnerung geblieben?
Ganz besonders sind mir die einzelnen Praxisprojekte in Erinnerung geblieben. Teilweise haben wir als gesamter Kurs an Projekten gearbeitet und teilweise in Kleingruppen, die ihre Ideen vor den Praxispartnern pitchen mussten. Das stundenlange Recherchieren und Analysieren von Daten, das Konkurrieren um die besten Ideen und das minuziöse Ausrichten von PowerPoint-Folien, in einer meist von Energydrink geschwängerten Atmosphäre, ist mir ganz besonders intensiv in Erinnerung geblieben. Die Möglichkeit selbst kreativ zu werden, die steile Lernkurve und das Feedback der Praxispartner haben jedes einzelne Projekt zu einer echten Bereicherung gemacht.

Was rätst Du Studierenden, damit der Sprung in den Beruf direkt nach dem Studium klappt?
Naja, den großen Sprung in den Beruf habe ich ja auch noch erst vor mir. Aber zumindest weiß ich, wohin ich springen möchte und das ist, denke ich, schon mal eine gute Voraussetzung. Ob ich dann dort lande wo ich möchte, wird sich erst nach meinem angestrebten Masterstudium zeigen.
Das einzige was ich den Studierenden raten kann ist, dass man die Zeit neben dem Studium ebenfalls sinnvoll nutzen sollte, um sich beruflich zu orientieren, sei es durch Praktika oder Werkstudententätigkeiten.

Was hast Du in Zukunft vor?
Ich würde gerne auf mein Grundstudium aufbauen und strebe einen Master in Management an. Da mich zurzeit wieder das Fernweh plagt, würde ich gerne im europäischen Ausland studieren. Meine Favoriten sind Business Schools in Italien, Portugal und Irland. Im Anschluss gelingt mir hoffentlich der gewünschte Berufseinstieg.

Hamburg ist für mich…
…meine zweite Heimat und das Tor zur Welt. Ich hasse zwar eigentlich solche Phrasen, aber beides trifft in meinem Fall zu.
In den drei Jahren Studium in Hamburg habe ich super Anschluss gefunden und einen Großteil meiner jetzigen Freunde dort kennengelernt. Durch die norddeutsche Mentalität fühlte ich mich gleich wohl. Hamburg ist zwar einwohnertechnisch in Deutschland einer der größten Städte, im internationalen Vergleich allerdings nur ein Dörfchen. Genau das macht für mich allerdings den Charm und den Reiz von Hamburg aus. Zudem kommt, dass Hamburg mich als weltoffene, liberale und international ausgerichtete Stadt enorm geprägt hat. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sich meine Ambitionen in einem idyllischen Studentenstädtchen derart entwickelt hätten. Denn die Stadt, in der man lebt, drückt einem unvermeidlich ihren Stempel auf.
Gerade auch für ein Managementstudium und insbesondere für die Markenwirtschaft halte ich eine Großstadt für die ideale Wahl. Es ist einfach was anderes, wenn man neue Mobilitätskonzepte, neuartige Vertriebsformen und innovative Bezahlsysteme vor Ort entstehen sieht und testen kann, oder ob man von diesen lediglich über Social Media oder Nachrichtenportalen erfährt.

Wo trifft man Dich an, wenn Du nicht im Büro bist?
Überall dort, wo ich genügend Ruhe habe ein Buch zu lesen. Ansonsten jogge ich mit Begeisterung.