Gastvortrag Rückblick: 5 Fragen an Michael Schneider, Strategy Director bei Jung von Matt

Michael Schneider ist Strategy Director in der internationalen Werbeagentur Jung von Matt. Durch seine Arbeit bekommt er tiefe Einblicke in unterschiedliche Unternehmenskulturen.

Welche Business Culture heute gefordert ist und welchen Fehler Unternehmen in der Corona Pandemie nicht machen dürfen, verrät er uns im Interview.

Brand University: Hallo Michael, erzähl mal, was machst Du als Strategy Director bei Jung von Matt?

Michael Schneider: Als Stratege entwickle ich Unternehmens- und Markenstrategien oder Positionierungen für Markenprodukte. Und ich verpacke die Ideen unserer Kreativen in Geschichten, Zahlen und Daten, um Unternehmen Belege zu liefern, warum diese Ideen erfolgsversprechend sind.
Mein persönlicher Schwerpunkt liegt dabei auf unternehmensstrategischen Fragestellungen und auf psychologischen und semantischen Positionierungen. Das heißt, ich suche nach den Motiven der Konsumenten, kultureller Bedeutung von Botschaften und dem passenden Kontext, in dem wir sie vermitteln können.

BU: Was macht Dir an Deinem Job besonders Spaß?

Schneider: Obwohl ich in diesem Beruf schon seit 13 Jahren arbeite, stelle ich immer wieder fest, wie abwechslungsreich er ist. Ich beschäftige mich mit einer Vielzahl unterschiedlicher Fragestellungen und bekomme tiefe Einblicke in das Innerste von verschiedensten Unternehmen. Mal geht es um Fruchtsäfte, mal denke ich über Telefonverträge, Autoreifen oder Windenergie nach.
Außerdem investiere ich mit viel Leidenschaft Zeit in die Ausbildung von jüngeren Kollegen. Zusehen, wie sie ihr strategisches Talent entfalten und immer sicherer werden, macht mir viel Spaß. Es gab noch nicht einen Tag, an dem ich meine Arbeit als langweilig empfunden hätte.

BU: Was macht für Dich eine zeitgemäße Business Culture aus?

Schneider: Aktuell ist es schwer zu sagen, was eigentlich „zeitgemäß“ ist. Vor Kurzem hätte ich noch gesagt, dass man einen Dialog braucht, flache Hierarchien sowie Zeit und Chancen für die persönliche Entwicklung.
Unter den aktuellen Umständen ist das Wichtigste jedoch, dass niemand im Team auf der Strecke bleibt. Gerade Kolleginnen und Kollegen, die noch in der Ausbildung sind, dürfen im Home Office nicht vergessen werden. Wenn sich jeder zurückzieht, kann das der Nährboden für ein Gefühl der Ausgeschlossenheit sein. Dagegen muss man aktiv etwas machen. Wir dürfen nicht vergessen, dass Menschen Business machen und nicht umgekehrt.

BU: Siehst Du in der Corona Pandemie auch Chancen für Unternehmenskulturen?

Schneider: Produktivität wird gerade neu definiert, denn wir sind im Home Office viel stärker auf uns selbst und unser eigenes Zeitmanagement angewiesen. Das kann eine Chance sein, heißt aber nicht, dass alle gut damit zurechtkommen. Deshalb erleben wir gerade die Stunde der HR-Abteilungen und Vorgesetzten.
Ihre Aufgabe ist jetzt, wirklich zuzuhören und einen Rahmen zu schaffen, in dem alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedacht werden und ihre Ängste und Bedenken äußern können.

BU: Welche Rolle spielt das Thema „Marke“, wenn es um die Unternehmenskultur geht?

Schneider: Eine Marke ist ein Bündel aus Assoziationen, Erwartungen und Emotionen, sie bietet uns Orientierung. Deshalb ist sie nicht nur wichtig für die Konsumenten, sondern sie wirkt genau so nach ins Unternehmen und ist deshalb so wichtig für die Unternehmenskultur. Und genau so, wie man seine Marke pflegt, also zweckbestimmt nutzt, muss man auch mit der Kultur umgehen. Denn Marke und Kultur hängen eng miteinander zusammen – und sind zentral für die Produktivität und den Erfolg eines Unternehmens. Wenn ein Unternehmen erfolgreich seine Kultur reflektiert und dekodiert, und dementsprechend seine Marke aufbaut, fühlt sich alles wie aus einem Guss an und wirkt authentisch. Und dann ist „Erfolg“ wesentlich wahrscheinlicher.

Herzlichen Dank an Michael Schneider, für den spannenden Einblick in seine Arbeit bei Jung von Matt und das Thema Business Culture!